Die EU könnte die Einführung von ETIAS aufgrund des Chaos an den Grenzen verschieben
Die EU könnte die Einführung von ETIAS – dem neuen Vorabgenehmigungssystem für Reisende aus visumfreien Ländern – verschieben. Grund dafür sind Probleme mit dem biometrischen System EES, das bereits an einigen europäischen Grenzen zu Warteschlangen und Verzögerungen geführt hat. Erfahren Sie mehr darüber, warum die EU den Zeitplan für die Einführung der neuen Einreisebestimmungen überarbeitet und was dies für Reisende bedeutet
Die Europäische Union könnte den Start von ETIAS – dem Online-System für die Vorabgenehmigung von Reisen für Bürger aus Ländern, die für Kurzzeitaufenthalte in der EU kein Visum benötigen – verschieben. Nach Angaben der Financial Times könnte das neue System aufgrund von Problemen mit einem anderen Grenzschutzsystem – dem EES, das bereits zu Verzögerungen an Flughäfen und Grenzübergängen geführt hat – bis 2027 verschoben werden.
ETIAS sollte die nächste Stufe der Digitalisierung der europäischen Grenzkontrollen darstellen. Vor Reiseantritt müssen Reisende einen Online-Antrag stellen, eine automatisierte Überprüfung durchlaufen und eine Gebühr von 20 Euro entrichten. Auf der offiziellen Website der EU heißt es bislang, dass das System im letzten Quartal 2026 in Betrieb gehen soll und dass von den Reisenden derzeit keine Maßnahmen erforderlich sind.
Die Einführung von ETIAS steht jedoch aufgrund von Schwierigkeiten mit dem EES – dem Einreise-/Ausreisesystem, das biometrische Daten von Drittstaatsangehörigen beim Überschreiten der Grenzen des Schengen-Raums erfasst – in Frage. Fluggesellschaften und Flughäfen warnen bereits vor langen Warteschlangen, Verspätungen und Risiken für die Hochsaison im Tourismus. Daher wird die EU wahrscheinlich zunächst versuchen, den Betrieb des EES zu stabilisieren, bevor sie eine weitere Kontrollstufe für Reisende einführt.
In unserem vorherigen Artikel haben wir über die Top 10 der Reiseziele laut Time Out berichtet, die man 2026 unbedingt besuchen sollte.
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Warum könnte die EU die Einführung von ETIAS verschieben?
Die EU könnte die Einführung von ETIAS – dem Vorabgenehmigungssystem für visumfreie Reisende – aufgrund von Problemen mit der biometrischen Kontrolle durch das EES verschieben. Offiziell ist ETIAS weiterhin für das letzte Quartal 2026 geplant, ein konkretes Datum hat die EU jedoch noch nicht genannt. Auf der Website des Systems heißt es zudem, dass Reisende derzeit nichts unternehmen müssen.
ETIAS soll für Staatsangehörige von Ländern verbindlich werden, die visumfrei in bis zu 30 europäische Staaten reisen dürfen. Vor der Reise müssen sie einen Online-Antrag ausfüllen, eine Gebühr von 20 Euro entrichten und eine Genehmigung für einen kurzfristigen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen erhalten.
Das Problem ist, dass ETIAS erst nach dem EES eingeführt werden soll – dem Einreise-/Ausreisesystem, das Passstempel durch eine digitale Erfassung des Grenzübertritts ersetzt. Das EES ist in den Schengen-Staaten am 10. April 2026 vollständig in Betrieb gegangen, doch seine Einführung geht mit Verzögerungen, technischen Schwierigkeiten und längeren Warteschlangen bei der Grenzkontrolle einher.
Genau aus diesem Grund könnte die EU mit der Einführung eines weiteren Kontrollsystems noch etwas warten. Wenn das EES bereits eine Belastung für Flughäfen und Grenzübergänge darstellt, könnte die parallele Einführung von ETIAS das Chaos vor den neuen Tourismussaisons nur noch verschärfen.
In einem früheren Artikel berichteten wir, dass die EU die Gebühr für die Beantragung von ETIAS auf 20 Euro erhöht hat.
Was ist mit dem EES-System schiefgelaufen?
Die Probleme begannen nicht mit ETIAS, sondern mit EES – dem Einreise-/Ausreisesystem, das Passstempel durch eine digitale Erfassung des Grenzübertritts ersetzt. Es erfasst Datum und Ort der Ein- und Ausreise von Bürgern aus Nicht-EU-Ländern und sammelt zudem biometrische Daten: Gesichtsfoto, Fingerabdrücke und Daten aus dem Reisedokument.
Das EES sollte eigentlich die Kontrollen beschleunigen und dabei helfen, Personen zu identifizieren, die die zulässige Aufenthaltsdauer im Schengen-Raum überschreiten. In der Praxis hat das System jedoch zu einer zusätzlichen Belastung der Grenzübergänge geführt. Da ein Teil der Reisenden zum ersten Mal registriert wird, dauert das Verfahren länger als eine gewöhnliche Passkontrolle.
Die größten Schwierigkeiten traten dort auf, wo das Passagieraufkommen ohnehin schon hoch ist: an Flughäfen, in Häfen, an Bahnhöfen und an Landgrenzübergängen. Medienberichten zufolge betrugen die Wartezeiten an den Kontrollstellen an einigen Standorten mehrere Stunden, und die Fluggesellschaften warnten vor möglichen Flugverspätungen in der Hochsaison.
Genau deshalb erscheint die Einführung von ETIAS derzeit riskant. Wenn zum instabilen Betrieb des EES noch ein weiteres obligatorisches Prüfsystem vor Reiseantritt hinzukommt, könnte dies die Verwirrung bei Reisenden verstärken und neuen Druck auf die Verkehrsinfrastruktur der EU ausüben.
Erfahren Sie mehr über die neuen Regeln für den Grenzübertritt nach Großbritannien und die Einführung der ETA unter dem Link.
Warnen Flughäfen und Fluggesellschaften vor dem Risiko von Verspätungen?
Das größte Risiko für Reisende ist derzeit nicht das ETIAS selbst, sondern die Warteschlangen aufgrund des EES. Die biometrische Registrierung dauert länger als eine gewöhnliche Passkontrolle, insbesondere für Passagiere, die sie zum ersten Mal durchlaufen.
Nach Angaben von „The Guardian“ räumt die EU Probleme an etwa 20 „kritischen Punkten“ ein, an denen das neue System bereits zu langen Warteschlangen geführt hat. Gleichzeitig lehnt Brüssel eine vollständige Aussetzung des EES ab, da das System bereits zur Kontrolle von Ein- und Ausreisen sowie zur Überprüfung von Verstößen gegen die Aufenthaltsdauer genutzt wird.
Fluggesellschaften und Flughäfen warnen davor, dass sich die Situation im Sommer verschlimmern könnte. In der Hochsaison führt bereits eine geringfügige Verzögerung bei der Passkontrolle schnell zu Flugverspätungen, längeren Umsteigezeiten und einem Andrang von Passagieren in den Terminals.
Genau aus diesem Grund soll die Einführung von ETIAS verschoben werden. Laut der „Financial Times“ will die EU den Reisenden keine weitere obligatorische Überprüfung auferlegen, solange das EES noch nicht stabil läuft und bereits die Grenzinfrastruktur belastet.
In einem früheren Artikel haben wir über die neuen Reiseregeln im Jahr 2026 berichtet: ETIAS, ETA, visumfreies Reisen und digitale Ankunftskarten.
Was bedeutet das für Reisende?
Solange ETIAS noch nicht offiziell in Betrieb ist, müssen Reisende vor einer Reise nach Europa weder einen Antrag stellen noch eine Gebühr entrichten. Auf der offiziellen Website der EU heißt es nach wie vor, dass das System im letzten Quartal 2026 anlaufen soll, das genaue Datum wird jedoch erst einige Monate vor dem Start bekannt gegeben.
Für diejenigen, die in nächster Zeit Reisen in die EU planen, besteht das größte praktische Risiko darin, dass die Passkontrolle durch das EES länger dauert. Das System erfasst bereits die Ein- und Ausreisen von Bürgern aus Nicht-EU-Ländern und sammelt Gesichtsbilder, Fingerabdrücke sowie Passdaten.
Vor der Reise sollten Sie einige Dinge beachten:
- Kommen Sie frühzeitig am Flughafen oder Hafen an, insbesondere in der Hochsaison
- Informieren Sie sich über die Einreisebestimmungen für das jeweilige Land des Schengen-Raums
- Nutzen Sie keine inoffiziellen Websites, die ETIAS bereits „verkaufen“
- Verfolgen Sie die aktuellen Informationen auf dem offiziellen EU-Portal
- Denken Sie daran, dass ETIAS kein Visum ist, sondern lediglich eine Vorabgenehmigung für visumfreie Reisende
Sollte die Einführung von ETIAS tatsächlich verschoben werden, werden sich Kurzreisen nach Europa nicht von heute auf morgen ändern. Da das EES jedoch bereits Auswirkungen auf den Grenzübertrittsprozess selbst hat, lautet der wichtigste Rat für Touristen: Planen Sie mehr Zeit für die Kontrollen ein und informieren Sie sich vor jeder Reise über die aktuellen Anforderungen.
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Zur Erinnerung! Europäische Städte und Ferienorte erhöhen im Jahr 2026 die Tourismussteuern oder führen neue Abgaben für Reisende ein. Die zusätzlichen Zahlungen können die Unterkunft, Kreuzfahrthäfen oder sogar den Besuch von Naturstätten betreffen. Lesen Sie mehr über die neuen Tourismussteuern in Europa im Jahr 2026 und in welchen Ländern Touristen mehr zahlen müssen.
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Wir überwachen die Richtigkeit und Relevanz unserer Informationen. Sollten Sie also Fehler oder Unstimmigkeiten feststellen, wenden Sie sich bitte an unsere Hotline.
Häufig
gestellte Fragen
Was ist ETIAS?
Ist ETIAS ein Visum?
Warum könnte die Einführung von ETIAS verschoben werden?
Was ist das EES?
Wie können sich Reisende auf eine Reise in die EU vorbereiten?
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