Die besten Städte in Deutschland für Expats im Jahr 2026
Inhaltsübersicht
- Berlin: eine internationale Stadt mit teuren und knappen Wohnmöglichkeiten
- München: die höchsten Gehälter und die teuersten Mieten
- Frankfurt: Finanzzentrum mit hohen Gehältern
- Hamburg: Logistik, Luftfahrt und Familienfreundlichkeit
- Düsseldorf: internationales Geschäftsleben und erschwinglichere Mieten
- Stuttgart: Hohe Einkommen für Ingenieure und Wohnungsmangel
- Leipzig: niedrigere Mieten, aber ein schwierigerer Arbeitsmarkt
Ein hohes Gehalt in Deutschland garantiert noch kein komfortables Leben: Ein erheblicher Teil des Einkommens kann durch Miete und Lebenshaltungskosten aufgezehrt werden. Wir zeigen Ihnen, welche sieben Städte Expats die beste Kombination aus Arbeit, Erschwinglichkeit und Lebensqualität bieten
München bietet hohe Gehälter, verlangt aber die höchsten Wohnkosten. Berlin lockt mit internationalen Unternehmen, doch es wird immer schwieriger, hier eine Wohnung zu finden. Leipzig ist erschwinglicher, auch wenn sein Arbeitsmarkt hinter den größten Wirtschaftszentren zurückbleibt. Zu den besten Städten Deutschlands für Expats gehören auch Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart – jede davon eignet sich für unterschiedliche Berufe, Budgets und Pläne.
Die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten sind tatsächlich erheblich. Der Median der Mietpreise in Großstädten kann über 20 Euro pro m² liegen, während er in Leipzig bei knapp 11 Euro pro m² bleibt. Gleichzeitig konzentrieren sich in den teuersten Städten internationale Unternehmen, große Universitäten und hochbezahlte Stellenangebote. Genau deshalb sollte man nicht eine einzelne Zahl betrachten, sondern das Verhältnis zwischen Einkommen, Wohnkosten und Karrieremöglichkeiten.
Ein Umzug in ein neues Land eröffnet nicht nur neue Chancen, sondern bringt auch viele bürokratische Hürden mit sich, die im Vorfeld geklärt werden sollten. Jedes Land hat seine eigenen Regeln für den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis oder Staatsbürgerschaft, und es kann schwierig sein, sich allein darin zurechtzufinden. Das Team von Visit World hat praktische Ratgeber mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen für zahlreiche Reiseziele zusammengestellt, die Ihnen helfen, häufige Fehler bei der Beantragung von Dokumenten zu vermeiden.
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Berlin: eine internationale Stadt mit teuren und knappen Wohnmöglichkeiten
Berlin eignet sich am besten für Expats, die in den Bereichen Technologie, Kreativwirtschaft, Wissenschaft oder Medien tätig sind oder planen, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Ende 2025 lebten in der Stadt rund 3,9 Millionen Menschen, darunter über 976.000 Ausländer aus mehr als 190 Ländern. Der Anteil ausländischer Staatsbürger erreichte 25 %, weshalb es hier einfacher ist, eine internationale Gemeinschaft zu finden, als in den meisten anderen Städten Deutschlands.
Gleichzeitig kann Berlin nicht mehr als günstige Hauptstadt bezeichnet werden. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Medianmietpreis für neue Mietverträge bei 18,66 Euro pro m², in Neubauten bei 21,92 Euro pro m². Dabei handelt es sich um die Grundmiete ohne Heizkosten, Strom, Internet und sonstige Nebenkosten. Eine 50 m² große Wohnung kostet etwa 933 bis 1.096 Euro im Monat, in zentralen Lagen und beliebten Neubauten kann der Preis jedoch deutlich höher liegen. Das Angebot ist nach wie vor begrenzt, weshalb Vermieter oft aus Dutzenden von Bewerbern auswählen können.
Ein ungefähres monatliches Budget in Berlin sieht wie folgt aus:
- Miete für eine 50 m² große Wohnung – zwischen 930 und 1.100 Euro ohne Nebenkosten
- Nebenkosten, Strom und Internet – etwa 250–350 Euro
- Lebensmittel für eine erwachsene Person – etwa 250–350 Euro
- Deutschlandticket für Fahrten mit Nah- und Regionalverkehr – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – ca. 1.800–2.300 Euro
- Ausgaben einer Familie mit zwei Kindern – ca. 4.000–5.000 Euro, je nach Wohnsituation, Stadtteil und Schulform
Das Mediangehalt eines Vollzeitbeschäftigten in Berlin beträgt etwa 50.280 Euro brutto pro Jahr, was etwa 4.190 Euro pro Monat vor Steuern und Sozialabgaben entspricht. Dies liegt unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 54.066 Euro.
Höhere Einkommen erzielen Entwickler, Ingenieure, Ärzte, Spezialisten für Cybersicherheit und Finanztechnologie sowie Projektleiter. Dagegen reichen die Gehälter im Gastgewerbe, im Einzelhandel und in einigen kreativen Berufen möglicherweise nicht aus, um die aktuellen Wohnkosten zu decken.
Das Berliner Start-up-Ökosystem bietet rund 94.000 Arbeitsplätze, und der Gesamtwert der Unternehmen mit Risikokapitalfinanzierung wird auf 169 Milliarden Euro geschätzt. Die große Anzahl an Unternehmen garantiert jedoch keine schnelle Arbeitsvermittlung. Im August 2026 lag die Arbeitslosenquote in Berlin bei 10,6 % und damit deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Die meisten englischsprachigen Stellenangebote gibt es in den Bereichen IT, Start-ups, Forschungseinrichtungen und internationalen Konzernen. Für Tätigkeiten im Kundenservice, im Gesundheitswesen, im Bildungswesen, in der Verwaltung und in lokalen Unternehmen sind in der Regel Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau B1–B2 erforderlich.
Ein Leben ohne Auto ist in Berlin durchaus möglich. Das öffentliche Verkehrsnetz umfasst neun U-Bahn-Linien und 175 Stationen sowie die S-Bahn, Straßenbahnen, Busse und Fähren. Eine Einzelfahrkarte in den Zonen AB kostet im Jahr 2026 4 Euro. Der größte Nachteil sind Bauarbeiten, Streiks und gelegentliche Verspätungen. Der Flughafen Berlin-Brandenburg ist mit Regionalzügen und der S-Bahn zu erreichen.
Für Familien ist die kostenlose Betreuung in staatlichen Kindertagesstätten ein großer Vorteil. Die Eltern zahlen in der Regel 23 Euro pro Monat für die Verpflegung, und Kinder ab einem Jahr haben Anspruch auf einen Aufenthalt in der Kita von bis zu sieben Stunden pro Tag. Allerdings bedeutet die Gewährung dieses Anspruchs nicht, dass im gewählten Stadtteil sofort ein freier Platz zu finden ist. In der Stadt gibt es auch staatliche zweisprachige und private internationale Schulen, doch der Besuch privater Einrichtungen kann mehrere tausend Euro pro Jahr kosten.
In unserem vorherigen Artikel haben wir einen detaillierten Leitfaden bereitgestellt, wie man in Deutschland ein Unternehmen gründet.
München: die höchsten Gehälter und die teuersten Mieten
München eignet sich für hochqualifizierte Expats, die in der Automobilindustrie, der IT-Branche, im Ingenieurwesen, im Finanzwesen, im Versicherungswesen, in der Luft- und Raumfahrt oder in der Pharmabranche tätig sind. In der Stadt befinden sich die Hauptsitze von BMW, Siemens, Allianz und Munich Re sowie Niederlassungen von Google, Microsoft, Amazon und anderen internationalen Unternehmen. Englisch kann für die Arbeit in Technologie- und Forschungsteams ausreichen, aber Deutsch erweitert die Auswahl an Stellenangeboten erheblich.
Im März 2026 lebten in München über 1,6 Millionen Menschen. Etwa 30,6 % der Bevölkerung waren ausländische Staatsangehörige, und insgesamt hatten über 805.000 Einwohner einen Migrationshintergrund. Die Stadt ist nach wie vor international geprägt, bleibt jedoch hinsichtlich des Ausmaßes des englischsprachigen Umfelds hinter Berlin zurück.
Das mittlere Bruttojahresgehalt in München lag im Jahr 2026 bei 64.750 Euro, was den höchsten Wert unter den deutschen Großstädten darstellt. Dies sind etwa 20 % mehr als der bundesweite Median von 53.900 Euro. Am meisten verdienen Ärzte, Ingenieure, IT-Fachkräfte, Bankangestellte und Führungskräfte. Für Beschäftigte im Dienstleistungs- und Gastgewerbe hingegen können die hohen lokalen Preise eine erhebliche Belastung für das Budget darstellen.
Die wichtigsten Lebenshaltungskosten in München:
- Miete – durchschnittlich 25,41 Euro pro m², in Neubauten 26,48 Euro pro m²
- Eine 50 m² große Wohnung – ca. 1.270–1.325 Euro ohne Nebenkosten
- Nebenkosten, Strom und Internet – etwa 250–350 Euro
- Lebensmittel für einen Erwachsenen – ca. 300–400 Euro
- Deutschlandticket – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – etwa 2.400–2.900 Euro
- Ausgaben einer Familie mit zwei Kindern – ca. 5.000–6.500 Euro, je nach Wohnung und Schulbildung
Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten in München um weitere 5,4 %. Der Durchschnittspreis lag um 41 % über dem der acht größten Städte des Landes. Erschwerend kommt die schwache Bautätigkeit hinzu: Im Jahr 2025 wurden in München nur 4.324 Wohnungen fertiggestellt, das sind 33,5 % weniger als im Vorjahr.
Der öffentliche Nahverkehr umfasst U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahnen und Busse. Das U-Bahn-Netz besteht aus acht Linien und fast 100 Stationen. Die S-Bahn verbindet das Zentrum mit den Vororten und dem Flughafen, wobei es auf den Vorortstrecken gelegentlich zu Verspätungen kommt. Ein Auto ist für den Alltag in der Stadt selbst nicht unbedingt erforderlich.
Für Familien ist München aufgrund der vielen Parks, der niedrigen Kriminalitätsrate, der renommierten Universitäten und der Nähe zu den Alpen attraktiv. Es gibt staatliche, zweisprachige und internationale Schulen. Allerdings kann eine familiengerechte Wohnung mehr als 2.000 Euro im Monat kosten, und Plätze in Kindertagesstätten sollten rechtzeitig im Voraus gesucht werden.
Mehr über die bestbezahlten Berufe in Deutschland erfahren Sie unter dem Link.
Frankfurt: Finanzzentrum mit hohen Gehältern
Frankfurt ist für Banker, Finanzanalysten, Wirtschaftsprüfer, Berater, Juristen, IT-Fachkräfte und Logistikmitarbeiter eine Überlegung wert.
Hier haben die Europäische Zentralbank, die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie Vertretungen von Dutzenden ausländischer Finanzinstitute ihren Sitz. Bis Ende 2026 könnte die Zahl der Beschäftigten im Bankensektor der Stadt auf 75.500 steigen.
In Frankfurt leben etwa 781.000 Menschen, doch die Stadt ist das Zentrum der Rhein-Main-Region mit über 5 Millionen Einwohnern. Der hohe Anteil an Ausländern und die Konzentration internationaler Unternehmen machen Englisch in den Bereichen Finanzen, Beratung, Technologie und wissenschaftliche Einrichtungen zur Selbstverständlichkeit. Für Tätigkeiten in der Verwaltung, im Gesundheitswesen, im Bildungswesen und bei lokalen Unternehmen sind überwiegend Deutschkenntnisse erforderlich.
Das Mediangehalt in Frankfurt beträgt 64.000 Euro brutto pro Jahr und liegt damit unter den großen deutschen Städten nur hinter München. Der Bankensektor weist einen bundesweiten Median von rund 70.250 Euro auf, doch erfahrene Fachkräfte in den Bereichen Risikomanagement, Compliance, Investitionen und Finanztechnologie können mehr verdienen.
Wichtige Lebenshaltungskosten in Frankfurt:
- Wohnmiete – durchschnittlich 19,45 Euro pro m²
- Wohnung mit einer Fläche von 50 m² – ca. 970 Euro ohne Nebenkosten
- Eine vergleichbare Wohnung in einem Neubau – ca. 1.080 Euro
- Nebenkosten, Strom und Internet – ca. 250–350 Euro
- Lebensmittel für einen Erwachsenen – etwa 280–380 Euro
- Deutschlandticket – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – etwa 2.000–2.500 Euro
- Lebenshaltungskosten einer Familie mit zwei Kindern – etwa 4.300–5.500 Euro
Die Mieten sind nach wie vor hoch, aber dennoch deutlich niedriger als in München. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten bei Neuverträgen um 2,4 % und lagen in Neubauten im Durchschnitt bei 21,55 Euro pro m². Im Jahr 2025 wurden in der Stadt 3.772 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 48 neue Wohnungen pro 10.000 Einwohner – der beste Wert unter den acht größten Städten Deutschlands.
Frankfurt verfügt über die beste Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr unter den Großstädten des Landes. Rund 95 % der Einwohner wohnen in der Nähe von Linien mit regelmäßigem Verkehr. U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahnen und Busse ermöglichen ein Leben ohne Auto. Der internationale Flughafen ist vom Hauptbahnhof aus in etwa 15 Minuten zu erreichen.
Für Familien ist Frankfurt aufgrund seiner Kompaktheit, der grünen Stadtteile und der großen Auswahl an internationalen und zweisprachigen Schulen attraktiv. Allerdings ist eine private englischsprachige Schulbildung teuer, und Familienwohnungen in den zentralen Stadtteilen sind rar. Günstigere Optionen finden sich in Offenbach, Hanau und anderen Städten des Ballungsraums, wobei die Möglichkeit besteht, täglich zur Arbeit nach Frankfurt zu pendeln.
Was das Einkommensniveau und die Verkehrsanbindung angeht, ist Frankfurt eine der attraktivsten Optionen für Expats. Am meisten profitieren von einem Umzug Fachkräfte, die bereits ein Stellenangebot in den Bereichen Finanzen, Beratung, IT oder Logistik haben.
Wir haben bereits darüber berichtet, wie man in Deutschland eine Wohnung mietet: Mietvertrag, Kaution und Mieterrechte.
Hamburg: Logistik, Luftfahrt und Familienfreundlichkeit
Hamburg eignet sich für Fachkräfte in den Bereichen Logistik, Seeverkehr, Luftfahrt, Maschinenbau, erneuerbare Energien, Medien und IT. In der Stadt sind Airbus, Lufthansa Technik, Hapag-Lloyd, die Otto Group, Beiersdorf und Dutzende internationaler Logistikunternehmen ansässig. Der Hamburger Luftfahrtcluster vereint über 300 Unternehmen und Einrichtungen, in denen rund 48.700 Fachkräfte beschäftigt sind.
Ende 2025 betrug die Einwohnerzahl der Stadt 1,87 Millionen Menschen. Innerhalb eines Jahres stieg sie dank der Zuwanderung um fast 7.000 Personen. Etwa ein Fünftel der Einwohner besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit, weshalb es hier zahlreiche internationale Gemeinschaften gibt. In der Luftfahrt, der Schifffahrt, der Technologiebranche und im internationalen Handel reicht oft Englisch aus. Im Dienstleistungssektor, in der Medizin, im Bildungswesen und bei der Arbeit mit lokalen Kunden wird überwiegend Deutsch benötigt.
Das Mediangehalt in Hamburg beträgt 60.000 Euro brutto pro Jahr bzw. 5.000 Euro pro Monat vor Steuern. Damit liegt Hamburg auf Platz drei unter den deutschen Großstädten hinter München und Frankfurt. Die höchsten Einkommen erzielen Ingenieure, IT-Fachkräfte, Logistikmanager sowie Spezialisten aus der Luftfahrtbranche und dem Bereich Unternehmensfinanzierung.
Ungefähre Lebenshaltungskosten in Hamburg:
- Miete – durchschnittlich 18,63 Euro pro m²
- Wohnung mit 50 m² – ca. 930 Euro ohne Nebenkosten
- Eine vergleichbare Wohnung in einem Neubau – ca. 1.190 Euro
- Nebenkosten, Strom und Internet – ca. 250–350 Euro
- Lebensmittel für einen Erwachsenen – etwa 280–380 Euro
- Deutschlandticket – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – etwa 2.000–2.500 Euro
- Budget für eine Familie mit zwei Kindern – ca. 4.300–5.500 Euro
Hamburg gehört zu den Städten mit den am schnellsten steigenden Wohnkosten. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten bei Neuvermietungen um 4,7 %, und Wohnungen in Neubauten kosteten durchschnittlich 23,75 Euro pro m². Im Laufe des Jahres 2025 wurden in der Stadt 5.976 Wohnungen fertiggestellt, das sind 28,2 % weniger als im Vorjahr. Günstigere Angebote sollte man außerhalb des Zentrums suchen, insbesondere in den Stadtteilen Harburg, Bergedorf und Wandsbek.
Das Verkehrsnetz umfasst vier U-Bahn-Linien, vier S-Bahn-Linien, Busse, Regionalzüge und Fähren über die Elbe. An Werktagen verkehren die Hauptlinien etwa von 05:00 bis 23:00 Uhr im 5- bis 10-Minuten-Takt. An Wochenenden ist ein Teil des Netzes auch nachts in Betrieb. Der Flughafen liegt innerhalb der Stadtgrenzen und ist über eine S-Bahn-Linie mit dem Zentrum verbunden.
Für Familien ist Hamburg aufgrund der zahlreichen Grünflächen, Gewässer und Wohngebiete außerhalb des Geschäftszentrums attraktiv. Die Grundbetreuung im Kindergarten für bis zu fünf Stunden pro Tag inklusive Mittagessen ist kostenlos. Für zusätzliche Stunden zahlen die Eltern einen Beitrag, dessen Höhe vom Einkommen und der Familienzusammensetzung abhängt. In der Stadt gibt es zweisprachige und internationale Schulen, doch die Aufnahme in beliebte Einrichtungen sollte rechtzeitig geplant werden.
In unserem vorherigen Artikel haben wir einen Schritt-für-Schritt-Leitfaden für Ausländer zu den Besonderheiten der Arbeitssuche in Deutschland bereitgestellt.
Düsseldorf: internationales Geschäftsleben und erschwinglichere Mieten
Düsseldorf eignet sich für Expats, die in den Bereichen Beratung, Telekommunikation, Finanzen, Versicherungen, Handel, Mode und Industrie tätig sind. Zu den großen Arbeitgebern zählen Vodafone Germany, Henkel, Rheinmetall, E.ON und Metro. Eine wichtige Rolle spielt das Messegelände „Messe Düsseldorf“, auf dem regelmäßig internationale Branchenveranstaltungen stattfinden.
Ende 2025 lebten in der Stadt rund 659.000 Menschen. Düsseldorf hat eine der größten japanischen Gemeinschaften in Europa: rund 8.400 japanische Staatsbürger und etwa 400 japanische Unternehmen. Aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit ist Englisch häufig die Arbeitssprache in großen Konzernen, in der Beratung und im Technologiebereich. Für Stellenangebote bei lokalen Unternehmen und im öffentlichen Dienst werden in der Regel Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1–B2 vorausgesetzt.
Es gibt keinen genauen einheitlichen Indikator für das Mediangehalt in der Stadt. Als Richtwert für die westlichen Regionen Deutschlands gelten etwa 56.250 Euro brutto pro Jahr. In den Bereichen Beratung, Telekommunikation, Versicherungen, IT und Industrie können erfahrene Fachkräfte mit 60.000 bis 80.000 Euro rechnen. Die Einkommen im Handel, im Gastgewerbe und im Verwaltungsbereich sind überwiegend niedriger.
Die wichtigsten Lebenshaltungskosten in Düsseldorf
- Miete – durchschnittlich 16,19 Euro pro m²
- Wohnung mit 50 m² Wohnfläche – ca. 810 Euro ohne Nebenkosten
- Eine vergleichbare Wohnung in einem Neubau – etwa 1.020 Euro
- Nebenkosten, Strom und Internet – ca. 250–350 Euro
- Lebensmittel für einen Erwachsenen – etwa 280–380 Euro
- Deutschlandticket – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – etwa 1.800–2.300 Euro
- Budget für eine Familie mit zwei Kindern – ca. 4.000–5.000 Euro
Wohnen ist hier günstiger als in München, Frankfurt, Berlin und Hamburg. Allerdings steigen die Preise rasant an.
Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten bei Neuvermietungen um 7,4 % – das ist einer der höchsten Zuwächse unter den deutschen Großstädten. Im Jahr 2025 wurden nur 1.704 Wohnungen fertiggestellt, obwohl Baugenehmigungen für 3.004 Wohnungen erteilt wurden.
Der öffentliche Nahverkehr umfasst die S-Bahn, Stadt- und U-Straßenbahnen, Busse sowie Regionalzüge. Vom Hauptbahnhof aus sind Köln, Duisburg, Essen und andere Wirtschaftszentren des Ruhrgebiets gut zu erreichen. Der Flughafen liegt etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt. Er verfügt über einen eigenen Bahnhof und einen automatischen SkyTrain zwischen den Terminals und den Zügen.
Für Familien bietet Düsseldorf ruhige Wohnviertel, die Rheinuferpromenade, Parks, eine internationale Schule und eine eigene japanische Schule. Die Gebühren für den Kindergarten richten sich nach dem Alter des Kindes, dem Familieneinkommen und der Anzahl der Betreuungsstunden. Die letzten zwei Jahre vor der Einschulung sind in Nordrhein-Westfalen von Elternbeiträgen befreit.
Wir haben bereits darüber berichtet, wie man im Jahr 2026 eine Aufenthaltserlaubnis und den Aufenthaltsstatus in Deutschland erhält.
Stuttgart: Hohe Einkommen für Ingenieure und Wohnungsmangel
Stuttgart richtet sich vor allem an Ingenieure, Programmierer, Forscher und Fachkräfte aus der Industrie. In der Stadt und der umliegenden Region sind Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, Mahle, Kärcher, IBM und Hunderte von Zulieferunternehmen ansässig. Besonders gefragt sind Fachkräfte aus den Bereichen Automatisierung, Elektronik, künstliche Intelligenz, Softwareentwicklung und Elektromobilität.
Ende 2025 betrug die Einwohnerzahl von Stuttgart rund 606.000. Etwa 28 % der Einwohner haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, und der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund liegt bei über 45 %. Allerdings gibt es hier weniger englischsprachige Stellenangebote als in Berlin oder Frankfurt. In internationalen Technologieteams mag Englisch ausreichen, doch in der Produktion und bei der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird oft Deutsch auf dem Niveau B1–B2 verlangt.
Die Gehälter in Stuttgart gehören zu den höchsten in Deutschland. Ingenieure, Entwickler und Fachkräfte aus der Automobilbranche verdienen in der Regel 60.000–75.000 Euro brutto pro Jahr, erfahrene Führungskräfte und hochspezialisierte Fachkräfte hingegen über 80.000 Euro. Der Automobilsektor durchläuft jedoch einen tiefgreifenden Wandel. Unternehmen senken ihre Kosten und überprüfen ihren Personalbestand, während gleichzeitig die Nachfrage nach Experten für Elektrifizierung, digitale Systeme und industrielle Automatisierung steigt.
Wichtige Lebenshaltungskosten in Stuttgart:
- Miete – durchschnittlich 17,33 Euro pro m²
- Wohnung mit einer Fläche von 50 m² – ca. 870 Euro ohne Nebenkosten
- Eine vergleichbare Wohnung in einem Neubau – ca. 1.150 Euro
- Nebenkosten, Strom und Internet – ca. 250–350 Euro
- Lebensmittel für einen Erwachsenen – etwa 280–380 Euro
- Deutschlandticket – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – etwa 1.900–2.400 Euro
- Budget für eine Familie mit zwei Kindern – ca. 4.200–5.400 Euro
Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten um 2,4 %, während die Mieten in Neubauten um 7,3 % zunahmen. Das Problem liegt in der geringen Bautätigkeit. Im Jahr 2025 wurden in Stuttgart nur 661 Wohnungen fertiggestellt, halb so viele wie im Jahr zuvor. Das sind nur 10 neue Wohnungen pro 10.000 Einwohner – der niedrigste Wert unter den acht größten Städten Deutschlands.
Stuttgart verfügt über eines der besten Verkehrssysteme unter den deutschen Großstädten. Rund 92 % der Einwohner wohnen in der Nähe von Linien, auf denen regelmäßig Verkehrsmittel verkehren. Das Netz umfasst die S-Bahn, die U-Bahn, Busse und Regionalzüge. Die größten Nachteile sind die Umbauarbeiten am Hauptbahnhof im Rahmen des Projekts „Stuttgart 21“ sowie Staus und Verspätungen auf den Vorortlinien.
Für Familien ist die Stadt aufgrund ihrer grünen Viertel, Parks, guten staatlichen Schulen und der Nähe zur Natur attraktiv. Kindergärten sind kostenpflichtig, doch die Höhe des Beitrags hängt von der Anzahl der Kinder, der Betreuungsdauer und der Art der Einrichtung ab. Private internationale Bildung ist teuer: Die Jahresgebühr an der International School of Stuttgart beginnt bei etwa 14.950 Euro für jüngere Kinder und liegt in den Schulklassen bei über 20.000 Euro.
Mehr über die Höhe des Grundsicherungsbedarfs in Deutschland im Jahr 2026 erfahren Sie unter dem Link.
Leipzig: niedrigere Mieten, aber ein schwierigerer Arbeitsmarkt
Leipzig ist die erschwinglichste Stadt in dieser Auswahl. Sie eignet sich für Fachkräfte in den Bereichen Logistik, Automobilindustrie, E-Commerce, IT, Medizin und Biotechnologie. Hier befinden sich Werke von BMW und Porsche, ein DHL-Logistikzentrum sowie ein großes Amazon-Zentrum, in dem rund 2.000 Menschen beschäftigt sind.
Ende 2025 betrug die Einwohnerzahl von Leipzig 633.592. Innerhalb von zehn Jahren ist sie um etwa 66.000 Einwohner gestiegen. Die Stadt zieht Studierende, junge Fachkräfte und Familien an, die nicht mehr als 1.000 Euro für eine kleine Wohnung ausgeben können oder wollen.
Das Median-Bruttoeinkommen in Leipzig beträgt 51.250 Euro pro Jahr. Das sind 2.650 Euro weniger als der deutschlandweite Durchschnitt und 13.500 Euro weniger als in München. Gut bezahlt werden Stellen in den Bereichen Ingenieurwesen, Technik, Medizin und Management. In den Bereichen Logistik, Handel, Dienstleistungen und in Einstiegspositionen in der Produktion sind die Einkommen niedriger.
Die wichtigsten Lebenshaltungskosten in Leipzig:
- Miete – durchschnittlich 11,19 Euro pro m²
- Eine 50 m² große Wohnung – ca. 560 Euro ohne Nebenkosten
- Eine vergleichbare Wohnung in einem Neubau – etwa 750 Euro
- Nebenkosten, Strom und Internet – ca. 230–330 Euro
- Lebensmittel für einen Erwachsenen – etwa 250–350 Euro
- Deutschlandticket – 63 Euro pro Monat
- Gesamtbudget für eine Person – etwa 1.600–2.000 Euro
- Budget für eine Familie mit zwei Kindern – ca. 4.200–5.000 Euro
Leipzig bleibt der günstigste Mietmarkt unter den acht größten Städten Deutschlands. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten nur um 1,6 %, doch in den letzten fünf Jahren betrug der durchschnittliche jährliche Preisanstieg etwa 8 %. Laut einer städtischen Umfrage geben Haushalte durchschnittlich 29 % ihres Einkommens für Miete aus, bei einem Teil der Einwohner liegt dieser Anteil sogar bei 42 %.
Der größte Nachteil ist der weniger stabile Arbeitsmarkt. Im August 2026 lag die Arbeitslosenquote in Leipzig bei 9,3 %, während der deutschlandweite Wert bei 6,5 % lag. Englischsprachige Stellenangebote gibt es in den Bereichen IT, internationale Logistik, wissenschaftliche Einrichtungen und große Industrieunternehmen. In anderen Bereichen sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1–B2 oft Voraussetzung.
Der öffentliche Nahverkehr umfasst 13 Straßenbahnlinien, fünf S-Bahn-Linien und über 60 Buslinien. Der Hauptbahnhof bietet direkte Schnellverbindungen nach Berlin, Frankfurt, München und Hamburg. Der Flughafen Leipzig/Halle ist vor allem als Fracht- und Logistikzentrum von Bedeutung, weshalb das Angebot an Passagierflügen hinter dem von Berlin, Frankfurt und München zurückbleibt.
Für Familien sind erschwingliche Wohnmöglichkeiten, zahlreiche Parks und die kompakte Stadtgröße von Vorteil. Staatliche Schulen sind kostenlos, der Unterricht findet jedoch auf Deutsch statt. Die Leipzig International School unterrichtet auf Englisch und nimmt Kinder ab einem Jahr auf, allerdings kostet der Schulbesuch je nach Alter etwa 9.850 bis 16.500 Euro pro Jahr.
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Häufig
gestellte Fragen
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